Wirksamkeit kleinster Entitäten, Substanzkräfte in Raum und Gegenraum

 

Forschungsfrage und Hintergrund

In den letzten Jahren hat die Forschung zu Wirkung und Wirksamkeit potenzierter Substanzen wesentliche Fortschritte gemacht. Verschiedene Modelle der präklinischen Forschung konnten unabhängig repliziert werden [11, 12] und systematische Reviews der Grundlagenforschung zur Homöopathie ergaben in 77-95% aller qualitativ hochwertigen Arbeiten signifikante, empirisch messbare Unterschiede zwischen potenzierten Substanzen und Placebo für verschiedene Forschungsgebiete. [13, 14, 15, 16, 17]

Der mittlerweile deutlichen empirischen Evidenz für spezifische Effekte homöopathischer Präparate im Vergleich zu Placebo steht das aus naturwissenschaftlicher Sicht fehlende Verständnis gegenüber, wie solche Wirkungen erklärt werden können. Das Fehlen einer Theorie, wie die Wirkung potenzierter Präparate verstanden werden kann, ist das Haupthindernis in der Akzeptanz der Wirksamkeit dieser Präparate.

Vor dem Hintergrund des anthroposophischen Verständnisses des Potenzierungsvorgangs, welcher die Wirkung zumindest ätherischer Wirklichkeitsebenen involviert, stellt sich die Frage, ob die Umkreiskräfte der Substanzen nicht auch analytisch mit den aus der Geometrie bekannten Begriffen des Gegenraums [18, 19, 20, 21] erfasst und beschrieben werden könnten. George Adams (1894–1963) hatte entsprechende Hinweise von Rudolf Steiner aufgegriffen und erste interessante, vielversprechende Ansätze entwickelt, die aber leider in den Folgejahren nicht weiterentwickelt wurden. An dieser Stelle möchte das vorliegende Projekt ansetzen. Damit stellt es sich auch in den Kontext der Arbeiten von Lili Kolisko (1889–1976), die «Wirksamkeit kleinster Entitäten» [22] wissenschaftlich nachzuweisen.

 

Relevanz und Perspektive

Über die Wirksamkeit kleinster Entitäten werden in der Wissenschaft und in der Gesellschaft immer wieder kontroverse Diskussionen geführt, wie z. B. über die homöopathischen Heilmittel oder die Präparate der biologisch-dynamischen Landwirtschaft.

Durch ein besseres Verständnis der Wirksamkeit kleinster Entitäten könnte deren Akzeptanz in der Öffentlichkeit gestärkt werden. Auf wissenschaftlicher Ebene wird angestrebt, mit Hilfe der mathematisch-naturwissenschaftlichen Beschreibung neue experimentelle Setups vorzuschlagen, welche erstere experimentell überprüfen. Die Ergebnisse sollen in Fachzeitschriften publiziert werden.

 

Vorgehen, Kooperationen und Zeitrahmen

In einem ersten Schritt wird die synthetisch bestens bekannte Dualität der projektiven Geometrie mit Hilfe der projektiven und geometrischen Algebren vollständig analytisch beschrieben. Wichtig ist dabei, dass der Linien- und Komplexraum (als «Mitte» zwischen Punkt- und Ebenenraum) von Anfang an mitberücksichtigt wird. Die projektiven und geometrischen Algebren sind die mathematischen Hilfsmittel, welche in diesem Projekt zunächst eingesetzt werden. Weiter soll der Vorgang des Potenzierens mathematisch-naturwissenschaftlich modelliert sowie überprüft werden, ob es bei potenzierten Substanzen gegenräumlich geartete Feldwirkungen gibt.

Das Projekt wird einerseits in Kooperation mit den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Stephan Baumgartner an der Hiscia (Arlesheim/CH), der Universität Witten/Herdecke und der Universität Bern durchgeführt. Andererseits gibt es mit der Naturwissenschaftlichen Sektion in Bezug auf den Einsatz der goetheanistischen Methode, mit der Landwirtschaftlichen Sektion in Bezug auf die Wirksamkeit der biologisch-dynamischen Präparate und mit der Medizinischen Sektion in Bezug auf die Wirksamkeit homöopathischer Medikamente einen Arbeitszusammenhang.

Das vorliegende Projekt hat im Sommer 2023 begonnen und wird zunächst drei Jahre dauern. Die oben erwähnten Fortschritte in der experimentellen Forschung basieren auf rund 15 Jahren entsprechender Arbeit. Die Fragestellung der Wirksamkeit kleinster Entitäten und der Substanzkräfte wird uns noch mindestens 15 weitere Jahre beschäftigen.

 

Literatur

[11] A. Ücker, St. Baumgartner, D. Martin, T. Jäger: Critical Evaluation of Specific Efficacy of Preparations Produced According to European Pharmacopeia Monograph 2371. Biomedicines 2022; 10(3): 552.

[12] P. Doesburg, J. O. Andersen, C. Scherr, S. Baumgartner: Empirical investigation of preparations produced according to the European Pharmacopoeia monograph 1038. Eur J Pharm Sci. 2019; 137:104987.

[13] A. Ücker, S. Baumgartner, A. Sokol, R. Huber, P. Doesburg, T. Jager: Systematic Review of Plant-Based Homeopathic Basic Research: An Update. Homeopathy 2018; 107(2):115–29.

[14] C. M. Witt, M. Bluth, H. Albrecht, T. E. Weisshuhn, S. Baumgartner, S. N. Willich: The in vitro evidence for an effect of high homeopathic potencies. A systematic review of literature. Complement Ther. Med. 2007; 15(2):128–38.

[15] S. D. Klein, S. Würtenberger, U. Wolf, St. Baumgartner, A. Tournier: Physicochemical Investigations of Homeopathic Preparations: A Systematic Review and Bibliometric Analysis — Part 1. The Journal of Alternative and Complementary Medicine 2018; 24(5):409–421.

[16] A. Tournier, S. D. Klein, S. Würtenberger, U. Wolf, St. Baumgartner: Physicochemical Investigations of Homeopathic Preparations: A Systematic Review and Bibliometric Analysis — Part 2. The Journal of Alternative and Complementary Medicine 2019; 25(9):890–901.

[17] A. Tournier, S. Würtenberger, S. D. Klein, St. Baumgartner: Physicochemical Investigations of Homeopathic Preparations: A Systematic Review and Bibliometric Analysis — Part 3. The Journal of Alternative and Complementary Medicine 2021; 27(1):45–57.

[18] G. Adams: Universalkräfte in der Mechanik. Perspektiven einer anthroposophisch erweiterten mathematischen Physik. Dornach 1996.

[19] G. Adams, O. Witcher: The Plant between Sun and Earth. London 1980.

[20] O. Conradt: Mathematical Physics in Space and Counterspace. Dornach 2008.

[21] L. Edwards: The Vortex of Life. Nature’s Patterns in Space and Time. Edinburgh 2006.

[22] L. Kolisko: Physiologischer und physikalischer Nachweis der Wirksamkeit kleinster Entitäten 1923–1956. Arbeitsgemeinschaft anthroposophischer Ärzte (Hrsg.). Stuttgart, 1956

Manuskript

Projective Geometry with Projective Algebra. Transition to Clifford Double Algebras and to Metric Geometries. Space and Counterspace

This article introduces projective algebra, in order to provide a complete system of axioms for projective geometry; it makes the transition from projective algebra to Clifford double algebra, in order to describe the metric Cayley-Klein geometries and it introduces the concepts of space and counterspace.

It is an outcome of the above mentioned research.

Comments are welcome. You may send them to masnoSpam@goetheanum.ch.