Treffpunkt ist die Keplerwarte am Goetheanum, Hügelweg 84, 4143 Dornach/Schweiz.
Kollekte am Ausgang (Richtpreis: CHF 30.00 / CHF 15.00 ermässigt)
Die Sternabende finden bei jedem Wetter statt. Wenn die Sichtverhältnisse keine Beobachtung zulassen, wird Dr. Charles Trefzger einen Vortag zu aktuellen astronomischen Themen anbieten.
Bei klarem Himmel werden auf Anfrage Beobachtungsabende mit Astronomievortrag als Einführung in der Johannes Kepler-Sternwarte angeboten. In der Regel max. 20 Personen. Sie umfassen Beobachtungen mit blossem Auge oder durch das Teleskop (7''-Astrophysics-Refraktor).
Des weiteren können auch Führungen für grössere Gruppen vereinbart werden.
Adresse
Keplerwarte am Goetheanum
Postfach
4143 Dornach/Schweiz
Tel +41 61 706 42 20
Fax +41 61 706 42 23
E-Mail mas@goetheanum.ch
Mit 30 Reisenden waren wir in Spanien zur Sonnenfinsternis unterwegs. Zur Dramaturgie einer solchen Reise gehört, dass die Finsternis der letzte Akt ist, auf den die Reise zuläuft, für den sie vorbereitet.
Was die Sonnenfinsternis zeigt, das tiefere, grössere Leben der Sonne, das zeigte uns am Anfang die Kunst in Barcelona: Gaudi macht den Stein lebendig und Picasso beseelt das Leben, vergeistigt die Seele. Von dort ging es in die raue Landschaft von Aragon mit der einzigartigen Schlucht Mont Rebei. Die Höhlenmalerei von Altamira, diese ‹Schule der Eiszeit› führt uns zum Beginn menschlichen Vorstellungslebens. Wieder klingt die kommende Erfahrung der Sonnenfinsternis an, denn auch sie sprengt als Grenzerfahrung die Vorstellung.
Südlich von Burgos auf einer Anhöhe mit freiem Blick nach Westnordwest sind wir dann am 12. August bereit für das grosse Schauspiel. Ich selbst habe mit 1999 in Frankreich, 2006 in der Türkei, 2008 in der Mongolei, 2009 in China, 2010 auf der Osterinsel und 2015 in den USA sechsmal das unbeschreibliche Schauspiel gesehen.
Zur Vorbereitung hat Michael Walter aus Salzburg mit dem feinen österreichischen Timbre unsere Gruppe die wunderbare Schilderung der Sonnenfinsternis von 1842 in Wien von Adalbert Stifter vorgelesen. Wie eigenartig, dass wir selbst, in einer so anderen Zeit, doch dann von den gleichen Empfindungen erfasst werden, wie der Dichter vor 180 Jahren.
Mit auf der Reise sind die beiden Astrofotografen Andreas und Thomas, die bereits sieben Sonnenfinsternisse gesehen haben. Von ihnen stammen auch die Bilder hier. Wie vor 400 Jahren Tycho Brahe, der darüber staunte, dass der Moment der Finsternis sich so berechnen lässt, zeigt sich im Fernglas auf die berechnete Sekunde die kleine Delle auf der Sonnenscheibe. Wenig später sieht man es bereits mit dem blossen, aber natürlich geschützten Auge.
Ganz allmählich, erst langsam, dann mit stärkerer Dynamik ändert sich die Atmosphäre. Die unbeschreibliche fahle gelbliche Färbung legt sich auf die Landschaft – mehr noch, sie sickert in die Materie. Wir werden still, voll Erwartung, Andacht und Schauder.
Nachdem ich auf der WebSeite der Mathematisch-Astronomischen Sektion (MAS) sah, dass die Sonnenfinsternis am Goetheanum nicht stattfinden wird – jedenfalls war sie nicht weiter als Beobachtungsangebot angekündigt – fragte ich ihren Leiter Oliver Conradt, ob überhaupt irgendetwas geplant sei, oder ob alle Zuständigen in der weiten Welt weilten, um ggf. dort die Finsternis total wahrzunehmen. Notfalls könnte ich als Hobby-Astronom eine gemeinsame Beobachtung anbieten.
So machte er mich per E-Mail mit Bonnie Baker, seiner neuen Assistentin, bekannt, die mich von da an auf das Herzlichste zu unterstützen beginnt. Also: Wo soll die Finsternis stattfinden? Keplerwarte? – Schlechte Sicht! Goetheanum-Terrasse? Auch nicht viel besser, ausserdem macht das Goetheanum gewöhnlich um 21:00 Uhr zu. Rudolf Steiner-Halde: Ein Test am Vortag ergab: Geeignet, Sonne wird allerdings in einer Baumkrone untergehen.
Es war auch am Goetheanum entsetzlich heiß: Das Aufstellen eines Halpha PST (H Alpha Personal Solar Telescope) und eines 6“ Newton ging noch, aber mein 20“ Maksutov-Cassegrain – meine Frau nennt es abschätzig „Röntgengerät“ – zickte: Da ich eine Reducer-Linse eingeschraubt hatte, um die 3m Brennweite zu reduzieren, stimmte die Brennweite nicht mehr und im Schweisse des Angesichts liess sich kein scharfes Bild einstellen. Verärgert landete die schwere Montierung samt „Röntgengerät“ wieder im Auto. Immerhin waren am Vorabend in Weil (DE) die Schutzbrillen angekommen. Wie sich dann herausstellte, hätte ich mit diesen Brillen noch ein gutes Geschäft machen können: Alle CH-Optiker waren ausverkauft. Allerdings hatte meine Frau für ihre Schulklasse die meisten reserviert.
Im Saal der Halde sollte es nun eine Life-Übertragung von der ESA (European Space Agency) aus León (ES) per Beamer auf Leinwand geben, wo die Finsternis zentral werden würde. Allerdings 'schnatterten' zwei Wissenschaftlerinnen ununterbrochen bis kurz vor Total, sodass ich schliesslich den Lautsprecher abgestellt habe.
Ab 19:00 Uhr trudelten dann Schaulustige ein, Kinder, Eltern, Bekannte, Unbekannte, ein vergnügtes Gemisch aus Interessierten, die das Geschehen per Fernglas, Brille, PST oder Newton verfolgen werden. Zu Beginn wurde von mir offenbar noch eine eröffnende Einführung erwartet. Also habe ich kurz die verschiedenen Beobachtungsmöglichkeiten skizziert und dann noch eine Übung für Feinschmecker angeboten: „Beobachtet mal, wie es euch verschieden zu Mute ist, wenn ihr mit dem unbewaffneten Auge euch von der Lichtstimmung beeindrucken lasst, wie anders die Stimmung wird, wenn ihr durch die Brille auf die abgeblendete Sonne blickt, wie nochmals anders es ist, wenn Zwischen der Finsternis und euch ein Fernrohr ist und schliesslich, wie anders ihr beteiligt seid, wenn ihr auf dem Bildschirm (Leinwand) das Geschehen verfolgt.
In der 'wirklichen Welt' jedenfalls waren PST und Newton Positions-empfindlich: Ein unbedachter Tritt gegen das Stativ oder ein sich Stützen auf den Tubus war begleitet von: „Man sieht ja gar nichts!“ Das liess sich in dieser Welt glücklicherweise schnell beheben.
Eine Dame brachte zwei Pappen mit, in der einen ein 10cm grosses Loch und fragte, wie man damit die Sonne abbilden könne, sie habe das auf der MAS-Website gelesen. „Damit wird das nichts! Das Loch muss ein Stecknadelloch sein.“ „Das stand da nicht!“
Eine andere dagegen hatte gelesen, dass man mit einer Salatschüssel etwas machen könne. Sie hielt sie nah gegen die Wand, fand das aber nicht beeindruckend. „Gehen Sie doch mal weiter weg von der Wand…“ Beeindruckend dagegen war ihre Überraschung, als sie nun anstelle der erwarteten runden Sonnenlicht-Löcher ein anmutiges Muster von Sicheln fand. Eine Lehrerin bemerkte dann, dass sie den (Halb)Mond immer als Sichel gezeichnet hätte, aber jetzt merke, dass die Schattengrenze beim Halbmond im Gegensatz zur 50% Sonnenfinsternis ja gar nicht gekrümmt sei.
Langsam nahm dann die Bedeckung zu und das Licht ab. Auf dem Höhepunkt >90% schenkten wir – optisch unbewaffnet – dem Licht unsere Aufmerksamkeit: Fahl, blaugrau. Schnell stellten sich Empfindungen von Vergänglichkeit und Tod ein. Es kehrte in die Gespräche auch eine ruhigere Besinnlichkeit ein, selbst die Kinder waren nicht (mehr ganz) so wild.
Dann nahm das Licht wieder zu und die Beklemmung lies nach. Nun stürmten die meisten in den Saal, um zu sehen, wie es in León bei der Totalität zugeht. In der dortigen Sternwarte wurde im rechten Moment, der Sonnenfilter entfernt, sodass man Korona und eine Protuberanz sah, die wir ebenfalls im PST schon vorher beobachtet hatten.
Der Abend klang in ein immer gewöhnlicher werdendes Abendrot aus und man verabschiedete sich durch die gemeinsame Erfahrung und die Bereitschaft dies Erlebnis miteinander zu teilen, geradezu vertraut von einander, dankbar hier dabei gewesen sein zu können.
Diese Dankbarkeit entschädigte mich für meine eigenen Versuche, die allesamt (Fotoreihen) misslangen. Besonders durch die vergnügte Bonnie Baker, die auch um unser leibliches Wohl besorgt war, wurde die Gemeinschaft geradezu familiär. Liebe MAS’ler, mit ihr habt ihr einen guten 'Fang' gemacht!
Kurz: Die Sonnenfinsternis hat auch am Goetheanum stattgefunden und gerade im eigenartigen Dunklerwerden des Lichtes Gemeinschaft veranlagt.

Seit ca. 1923 wird innerhalb der Mathematisch-Astronomischen Sektion am Goetheanum in Dornach eine Sternwarte betrieben. Zunächst als reine Forschungssternwarte konzipiert, wurden später erste Beobachtungsabende mit Publikumsverkehr eingerichtet. Das erste, von Elisabeth Vreede angeschaffte Teleskop stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist als Museumsstück teilweise in der Johannes Kepler-Sternwarte ausgestellt.
Ab 1957 wird östlich und oberhalb des Goetheanum — zwischen Haus Schuurmann und dem später errichteten Holzhaus — der Bau eines Sektionsgebäudes für die Mathematisch-Astronomische Sektion von Suso Vetter in Angriff genommen. Am 30. März 1958, dem 33-jährigen Todestag Rudolf Steiners, wird das neue Sektionsgebäude durch Albert Steffen feierlich eröffnet. Seit diesem Tag trägt es den von Albert Steffen gewählten Namen Johannes Kepler-Warte oder kurz Keplerwarte. Am 22. Mai 1958 wird das neu restaurierte, frisch gestrichene, blaue Teleskop von Elisbeth Vreede im damaligen "Tierkreishäuschen" aufgestellt und eingerichtet. Am 7. Juni 1958 findet die erste Führung durch Suso Vetter statt.
Im Laufe der 80er-Jahre wird das bestehende Teleskop durch ein Celestron C-8-orange ersetzt. Es handelt sich dabei um einen 203 mm Schmidt-Cassegrain-Spiegel.
Anfang der 90er-Jahre werden durch Wolfgang Held regelmässig öffentliche Führungen in der Sternwarte durchgeführt, an denen zwischen 20 und 100 Besucher (bei Tagungen) teilnahmen. Ein Astro Physics Starfire Apochromate (7,1") können 1994 durch eine grosszügige Spende gekauft werden, die eine deutliche Verbesserung der optischen Qualität bringen. Von 1995 bis 1997 hat Michael Bader die Arbeit von Wolfgang Held in der Sternwarte unterstützt.
Seit 1999 bietet Michael Bader Führungen in der Sternwarte an. Mit Hilfe des Eintrittsgeldes konnte ein Elektroantrieb für das 2t schwere Dach ermöglicht werden.
Von Februar 2008 bis Sommer 2010 wurden die Sternführungen von Sven Baumann angeboten.
Von Herbst 2010 bis Sommer 2019 wurden die Führungen von Oliver Conradt durchgeführt.
Seit Herbst 2019 werden die Fürhungen von Charles Trefzger durchgeführt.